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Hoffnung und Zuversicht in schweren Zeiten

Auch dieses Ostern wird - wie im vergangenen Jahr - anders sein. Uns alle im Land belastet diese Situation, die nun schon mehr als ein Jahr anhält, sehr. Die einen etwas mehr als die anderen. Manche haben durch eine eigene Corona-Erkrankung oder durch die Arbeitsbelastungen in den Krankenhäusern und auf den Pflegestationen sehr schwer zu tragen.

Vor einem Jahr feierten wir diese Menschen, die wir als systemrelevant erkannt hatten. Aber außer einem kostenlosen Essen und einer Einmalzahlung blieb davon nicht mehr viel. Die Pflegekräfte und viele weitere Berufe, auf die wir in der Krise angewiesen sind, waren schon vorher systemrelevant und werden es nachher auch sein. Wir sollten versuchen, dass sie eben nicht vergessen werden.Corona zeigte nur wie in einem Brennglas, was schon vorher falsch lief in unserer auf Konsum, Wachstum und Profitmaximierung getrimmten Gesellschaft. Das machte eben auch vor der Gesundheit nicht halt, dabei soll doch ein Krankenhaus in erster Linie kranke Menschen gesund machen. Auch die Feuerwehr soll löschen und nicht Gewinne erzielen. Wollen wir nach der Pandemie wirklich so weitermachen oder wollen wir nicht grundlegend etwas ändern? Hierzu hätte unsere Partei viel zu sagen.

Wieder mehr aufeinander zugehen

Nicht zuletzt ist auch der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefährdet. Ich nehme in der ÖDP und außerhalb wahr, wie immer häufiger der eigene Standpunkt für absolut gesetzt wird und wir uns nicht mehr gegenseitig zuhören. Dieses Zuhören ist aber in einer offenen und freien Gesellschaft und in einer demokratischen Partei unabdingbar. Ich würde mich freuen, wenn wir in der ÖDP hier wieder mehr aufeinander zugehen und uns gegenseitig zumindest anhören. Denn vielleicht bringt unser Gegenüber ja einen Aspekt, den wir selbst nicht bedacht haben.

Wenn unser Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt, durch den Lockdown werden weltweit mehr Menschen als durch das Corona-Virus sterben, dann muss uns dies aufrütteln. Wir müssen vor Corona schützen, aber auch vor den negativen Auswirkungen. Die ÖDP war schon immer eine Partei, die sich die Dinge ganzheitlich ansah, langfristig und umfassend. Wir dürfen keine Single-Issue-Politik betreiben und dabei anderes und andere aus den Augen verlieren. Auch jetzt zu Corona-Zeiten sollten wir uns zum Beispiel auch um die Lage der Flüchtlinge oder das Klima kümmern.

Wir alle brauchen Zuversicht und Hoffnung, womit wir wieder bei Ostern wären. Der Karfreitag ist eben für Christen nicht das letzte Wort gewesen. Ich wünsche uns in dieser schweren Zeit genau das, Hoffnung, Trost und Zuversicht. Und unsere Regierungen sollen ihren Beitrag dazu leisten, indem sie uns mit Plänen und Perspektiven Zuversicht vermitteln.

In diesem Sinne wünsche ich allen frohe und gesegnete Ostern.

Christian Rechholz

ÖDP-Bundesvorsitzender